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#Ausstellung

Andy Warhol

Pop Art Identities

Ohne Andy Warhol ist Pop-Art kaum zu denken. Nun geht eine brandneue Ausstellung mit dem Titel „Andy Warhol – Pop Art Identities“ auf Spurensuche nach der Person hinter dem Künstler. Eine außergewöhnliche Auswahl an Originalkunstwerken in Verbindung mit spannenden Originalfilmen geben dem Besucher einen umfassenden Einblick in das Leben und Wirken von Andy Warhol, einem der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts! Das Thema Identität wird hier zum Protagonisten: Wie hat sich die Person Warhol mit dem Künstler Warhol auseinandergesetzt, zwischen rätselhaft und provokant, überraschend und unwahrscheinlich, genial und gekünstelt? Und wie passt all diese Vielseitigkeit in nur ein einziges Künstlerleben hinein!

Die strohblonden Haare stehen in alle Richtungen ab, das Gesicht darunter blass, oft mit großer Brille und Rollkragenpullover. Andy Warhol, der Künstler, der alle Popstars von Marilyn Monroe bis Mickey Mouse auf die Leinwand gebracht hat, ist selbst eine Pop-Ikone. Populär und zugleich provokativ prägte er wie kein anderer die Pop-Art.  Mit der schier endlosen Reproduzierbarkeit durch das Siebdruckverfahren in seiner «Factory» trat Warhol eigentlich als Autor seiner Werke zurück. Bekanntheit erreichte er damit erst recht, seine Kunst eignete sich zum Massenphänomen. Noch heute wird sie vielfach auf T-Shirts und Tassen kopiert. Andy Warhol: Künstler, Filmemacher und Verleger sowie Mitbegründer und bedeutendster Vertreter der amerikanischen Pop-Art! War er ein Genie seiner Zeit, der die Kunstgeschichte aufteilte in die Zeit vor und nach seinem Schaffen? Oder war er ein unternehmungslustiger Werber, der den verborgenen Wünschen der Menschen Form, Farben und Hoffnung gab? Ziel der Ausstellung „Andy Warhol – Pop Art Identities“ ist es, zu verstehen, wie differenziert Andy Warhol und seine Kunst begriffen werden kann. Gerade seine Identität verrät uns viel über seine Entscheidungen, seine Haltung, seine Stimmungen und sein Verhalten im öffentlichen und privaten Leben.

In der Ausstellung „Andy Warhol – Pop Art Identities“ sind rund 130 Originalwerke von Andy Warhol zu sehen: Unter ihnen Campell’s Tomatensuppe und Mao, aber auch bisher unveröffentlichte Filme.
Kuratiert wird die Schau von Maurizio Vanni. Vanni ist Museologe, Kunsthistoriker, Kunstkritiker und Spezialist für nicht-konventionelles Marketing sowie für die Aufwertung und Verwaltung von Kulturerbe und Museen. Er hat über 600 Veranstaltungen weltweit kuratiert, darunter Ausstellungen und Projekte in mehr als 60 Museen und 30 Nationen. Er hielt Vorträge und Seminare an mehr als 40 Universitäten weltweit und ist Autor von mehr als 500 Publikationen zu kuratierten Ausstellungen. Er sagt zu Warhol: „Um ein Werkzeug zu werden, das die Dinge in ihrem Wesen in die Zukunft projiziert und vor allem in einem neuen Licht zeigt, hörte Warhol auf zu zeichnen und zu malen und entwickelte persönliche künstlerische Techniken, die in Serie Einzigartigkeit garantieren können. Dies ist einer seiner vielen Widersprüche, die ihn so berühmt machen, so dass er allgemein als ‚irdisches Genie‘, als vorherrschende Figur der Pop-Art-Bewegung sowie als einer der einflussreichsten Künstler des 20. Jahrhunderts definiert wird.“
Zum Experten-Team der Ausstellung gehört auch Co-Kuratorin Virginia Jean: Die junge aus England stammende und in Berlin lebende Fachfrau für modernere Kunstformen zeichnete sich bereits aus u.a. als Kuratorin der Dresdner Erfolgs-Ausstellung „The Mystery of Banksy – A Genius Mind“.


DER KÜNSTLER
Wer war dieser Andy Warhol?
Andrew Warhola wurde am 6. August 1928 in der Stadt Pittsburgh in Pennsylvania geboren. Er war das jüngste von drei Kindern und wuchs in einer ärmlichen Bauernfamilie auf. Seinen ungarischen Geburtsnamen "Andrew Warhola" ließ er erst später in die amerikanische Form umwandeln. Im Alter von acht Jahren wurde Andy Warhol schwer krank, die sogenannte Krankheit "Chorea Minor" ist als Pigmentstörung bekannt. Um sich von der schweren Krankheit abzulenken, begann Warhol zu zeichnen und Comics zu lesen. Er entdeckte so seine Leidenschaft als Künstler. Ab 1945 studierte er Gebrauchsgrafik in seiner Heimatstadt. New York war zu dieser Zeit das Zentrum der modernen Kunst. Aus diesem Grund zog es den jungen Andy nach seinem Studium im Jahr 1949 dann in die Metropole.

In New York angekommen, lebte Warhol zunächst von Gelegenheitsjobs als Grafiker und Dekorateur. 1952 lud der junge Künstler zu seiner ersten Ausstellung, kurz darauf – im Jahre 1956 – sogar ins berühmte Museum of Modern Art in New York. Von Hollywoodstars, Comic- und Cartoonfiguren wie Micky Maus, Popeye oder Superman entwarf er schlichte Porträts und kombinierte sie mit dem Siebdruck.
1962 fasste er alle Werke zusammen und sorgte in seiner Ausstellung für Begeisterung. Er galt von nun an als gefeierter Künstler. Warhol gründete daraufhin die "Factory" und begann, im Sinne der Kunst Filme mit nackten Menschen zu drehen. Dies galt in dieser Zeit als sehr anstößig. 1968 verübte die Amerikanerin Valerie Solanas ein Attentat auf den damals 40-jährigen Künstler. Nach diesem Mordanschlag, den er nur knapp überlebte, zog sich Andy Warhol zurück. Der Maler wurde ruhiger und startete Fotografie-, Kunst- und Malereiprojekte. Außerdem schrieb er ein Theaterstück. Sein letztes Werk bildet das Abendmahl des bekannten Künstlers Leonardo da Vinci ab.
Am Morgen des 22. Februar 1987 starb Andy Warhol unter ungeklärten Umständen. Sein Tod trat während einer Operation im Krankenhaus von New York ein.

Eines seiner berühmtesten Zitate steht sinnbildlich für sein Selbstverständnis: "Wenn du mit deiner Arbeit kein Geld machen kannst, dann musst du sagen, dass es Kunst ist; und wenn du Geld machst, sagst du, dass es etwas ganz anderes ist."


INHALTE
Was zeigt „Andy Warhol – Pop Art Identities“?
Die Ausstellung ist in sieben Abschnitte unterteilt und erzählt kurz Warhols gesamte künstlerische Geschichte - ein lebendiges Porträt aus 40 Jahren Amerikas, dessen Seele der Künstler wie kein anderer seiner Zeitgenossen einzufangen vermochte.
Der Rundgang startet mit MEMORY IDENTITIES: PORTRAITS, einer Porträtgalerie, die seine technische und stilistische Entwicklung in Bezug auf die Beziehung zwischen der Serialität des fotografischen Siebdrucks und den nachfolgenden Interventionen beleuchtet, nicht unbedingt von seiner Hand gemacht. Die MARILYN und MAO ZEDONG gewidmete Serie verdient eine besondere Betrachtung: Die amerikanische Schauspielerin wird vermenschlicht, nackt vor ihrer Zerbrechlichkeit, unter dem äußeren Druck, dem sie nicht immer standhalten konnte. Warhol wird sie unsterblich machen, gerade weil er es geschafft hat, den Menschen das Drama, den Schmerz und die Einsamkeit – die er gut kannte – verständlich zu machen, die sie ertragen musste, um ihre Rolle zu spielen. Die dem chinesischen Staatsmann gewidmete Serie ist teilweise taktischer, da er als „Massenkonsumobjekt“ galt. Von diesem Moment an wollten alle berühmtesten und wichtigsten Menschen der Welt ein Porträt von Andy Warhol.
Der Abschnitt UNIVERSAL IDENTITIES präsentiert seine gefeierten ICONS, die uns in die Szenarien seiner berühmten Alltagsgegenstände wie die „Campbell's“-Suppe und die amerikanischen Dollarnoten führen, aber auch den Patrioten (Uncle Sam), Provokateur (Kuh) entdecken lassen, den Umweltschützer (vom Aussterben bedrohte Arten), den nostalgischen (Schuh), tiefgründigen (Kiku) und universellen (Cantaloupe-Melonen und Äpfel) Andy Warhol.

Die Sektion TANGIBLE IDENTITIES stellt sein READY-MADE auf: die Coca-Cola-Flasche, die Suppendose von Campbell, die Rolling Stones-Gitarre; aus gewöhnlichen Objekten werden sie konzeptionell als Kunstwerke vorgeschlagen. Warhol wollte aus einem Gebrauchsgegenstand ein Kunstwerk, gleichzeitig aber aus dem Kunstwerk Massenware machen und es in den amerikanischen Traumsupermarkt aufnehmen, wo alles möglich schien.

Die Abteilung INFLUENCED IDENTITIES zeigt FLASH: elf Siebdrucke, die die mediale Darstellung der Ermordung von Präsident John F. Kennedy am 22. November 1963 darstellen. Der Titel leitet sich von „Flash News“ ab. Warhol war vom Tod des Präsidenten besessen, am meisten störte ihn jedoch die auch nach einiger Zeit ständige Medienbombardierung, die die Amerikaner seiner Meinung nach daran hinderte, wieder zu lächeln und zu träumen.

Die Rubrik CHANGED IDENTITIES präsentiert LADIES AND GENTLEMEN: ein fotografisches Projekt, das 1975 Gestalt annahm, als Warhol beschloss, einige New Yorker Drag Queens zu verewigen, die für ihn als Hollywoodstars posierten. Es entstanden zwei Arten von Arbeiten: die Acetate – das Negativ des auf transparenten Träger übertragenen Fotos – und die Siebdrucke, bei denen die Drag Queens mit Hintergründen in ungewöhnlichen und unnatürlichen Farben verunreinigt waren.

COVER IDENTITIES stellt die RECORD COVER aus: Nachdem er Velvet Underground getroffen, mit ihnen rumgehangen und sie in der Factory aus der Taufe gehoben und auf Tour gebracht hatte, schlug Warhol der Band ein Cover für ihre erste Platte vor, für das er eine Banane zeichnete. Von diesem Moment an baten ihn viele der berühmtesten Künstler der Welt, dasselbe für sie zu tun.

Der Abschnitt INTANGIBLE IDENTITIES zeigt BEYOND THE OBJECT: mit den Serien „Camouflage“ und „The only way out is in“ wollte Warhol, eine Person deklarierten katholischen Glaubens, Bilder ausstellen, die nicht „so wie sie sind“ als Konsumobjekte verwendet werden konnten, und lud seine Betrachter dazu ein, hinter die Oberfläche der Dinge zu gehen und in den Dimensionen des Jenseits nach etwas zu suchen, das nicht mehr als Realität definiert werden konnte. Nur wenige Monate nach Vollendung dieses Werks sollte der Künstler sterben.

„Andy Warhol – Pop Art Identities“ trifft den Kern der Frage nach den schwierigen Identitäten, die für die Zeit, in der dieser große Künstler lebte, und noch mehr für unsere Zeit typisch sind und waren!

Bilingual & barrierefrei: Texte in deutscher und englischer Sprache. Die Ausstellung ist rollstuhlgerecht.
Im Ticketpreis inbegriffen ist eine kurzweilige und informative Hörführung via Audio-Guide (deutsch / englisch).

Vergangene Termine einblenden
Datum Ort Status  
04.02. - 12.06.2022 Di., Mi., So. 10-18 Uhr;
Do., Fr., Sa. & Feiertage 10-20 Uhr (letzter Einlass jew. 1 Stunde vor Schließung);
Sonderöffnungstage: 18.04.2022 (Ostermontag), 06.06.2022 (Pfingstmontag)
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Pressemitteilung Andy Warhol - Pop Identities Dresden 2022

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